Wie de jeugd heeft, heeft Minipolo

29. März 2008
Wer die Jugend hat, hat Minipolo!

So schreiben es (auf niederländisch) die Wasserballer in den Niederlanden.
Minipolo ist das Ergebnis der Überlegungen, wie man den sinkenden Zahlen bei
den Jugendmannschaften im Wasserball entgegenwirken kann. Die sinkenden
Zahlen erklären sich teilweise logisch in der demografischen Entwicklung sowie der steigenden Anzahl von Alternativen für Aktivitäten im Sport und anderswo.
Wir wissen aber auch aus Erfahrung, dass die Jugendlichen - sofern sie nicht
gerade Spitzenschwimmer sind - heute viel schneller als früher das Schwimmen
als Sportart verlassen und nach Alternativen suchen. Da früher das
Wasserballspielen oft mit ca. 13 bis 15 Jahren begonnen wurde, sind die
potentiellen neuen Spieler heute schon längst nicht mehr da.

Betrachtet man andererseits den heute praktizierten Wettkampfbetrieb für
Jugendwasserball, können einem schon die Tränen kommen. Da werden auf einem
ganz normalen Wasserballfeld mit normalen Toren kleine Knirpse über 4 mal 5
Minuten Spielzeit zwangsweise im Wasser gehalten. Man denke dagegen nur an
den Jugendfussball: Käme dort jemand auf die Idee, die Kinder auf einem
Grossfeld 2×45 Minuten spielen zu lassen. Nein!
Man bedenke auch, dass die Spielzeit sogar für Herren-Wasserball vor Jahren
bei 4 x 5 Minuten netto lag.

Die jetzige Lösung bei uns ist daher nicht kind- und auch nicht
jugendgerecht.

Eine Lösung ist daher die Alternative, die im niederländischen Wasserball
seit einigen Jahren durchgeführt wird. Sie heisst Minipolo und wird in
verschiedenen Kategorien durchgeführt.

Flyer Jugendwasserball NL

In Kurzform:

1. Schüler 1 (6-7 Jahre)
Es wird auf einem kleinen, untiefen Spielfeld (15m x 10m) mit kleinen
Toren (120cm x 90cm) in Mannschaften von 3 Spielern gespielt. Es gibt keinen
Torwart.
Es wird 2 mal 5 Minuten brutto gespielt.
Es gibt unbeschränkt Wechselspieler. Der Schiedsrichter kann einen Spieler
auswechseln lassen, wenn dieser “nicht mehr kann”.
Schiedsrichter und Trainer verstehen sich mehr als “Spielbegleiter” und
geben den Spielern Tipps und Informationen über Regeln und auch
Unsportlichkeiten.
Der Ball kann mit beiden Händen gespielt werden.
Die Spiele finden in Turnierform statt.

2. Schüler 2 (8-9 Jahre)
Es wird auf einem kleinen, tiefen Spielfeld (15m x 10m) mit kleinen
Toren (120cm x 90cm) in Mannschaften von 4 Spielern gespielt.
Es wird 2 mal 5 Minuten brutto gespielt. In Ligaform wird 4 mal 3 Minuten
netto gespielt.
Es gibt unbeschränkt Wechselspieler. Der Schiedsrichter kann einen Spieler
auswechseln lassen, wenn dieser “nicht mehr kann”.
Schiedsrichter und Trainer verstehen sich auch hier mehr als “Spielbegleiter”
und geben den Spielern Tipps und Informationen über Regeln und auch
Unsportlichkeiten.
Der Ball kann mit beiden Händen gespielt werden.
Die Spiele finden in Turnierform oder Ligaform statt.

3. Schüler 3 (10-11Jahre)
Es wird auf einem verkleinerten, tiefen Spielfeld (20m x 10-15m) mit kleineren
Toren (200cmx90cm statt der normalenen Grösse 300cmx90cm) in Mannschaften von 5 Spielern incl. Torwart gespielt.
Es wird 4 mal 3 Minuten netto gespielt. Es gibt max. 5 Wechselspieler.
Schiedsrichter und Trainer verstehen sich auch hier mehr als “Spielbegleiter”
und geben den Spielern Tipps und Informationen über Regeln und auch
Unsportlichkeiten. Es gibt allerdings viel genauere Regeln über Fouls etc.
Der Ball kann nicht mit beiden Händen gespielt werden.
Die Spiele finden in Turnierform oder Ligaform statt.

Diese Form des Wasserballs für die Kinder scheint gut anzukommen. Ich werde
mich demnächst mal in Vlissingen genauer erkundigen.

Sie liesse sich sicher auch bei uns gut durchführen. Unsere kleinen Bäder
wie z.B. in Vorhalle haben fast die Idealmaasse dafür. Es wäre doch
interessant, eine Hagener Minipolo-Liga mit Mannschaften vom TSV Vorhalle,
Hagen 94, HSV und Westfalen 23 einzurichten. Bei Erfolg ist sicher ein
Übertragen auf den Bezirk möglich.

Andreas hat vorgeschlagen, eine Trainingszeit am Samstag in der Vorhaller
Halle mit einem Betreuerteam von ca. 3-4 Leuten einzurichten.

Das klingt doch gut, oder? Was denkt Ihr dazu?

Arno


Regelkunde (2) - Flaggen

6. Januar 2008

OK - die aufmerksamen Leser ;-) haben es gemerkt - im ersten Teil war ein Fehler drin - der ist nun korrigiert.

Heute das Thema Flaggen (§ 319 WB)

Der Protokolltisch hat folgende Flaggen:

  • weiß
  • blau
  • rot
  • gelb

Weiß und Blau werden im in Verbindung mit Anzeigen für die entsprechnende Mannschaftskappenfarbe genutzt. Nach§ 328 wird das Ende der Ausschlußzeit für einen Spieler mit seiner Kappenfarbe entsprechender Flagge angezeigt.

rote Flagge:

Anzeige von regelwidrigem Wiedereintritt und dritter persönlicher Fehler eines Spielers (§ 32 8)

gelbe Flagge:

Fehler gem. § 338 (11) WB - Ausschlußfehler - nachdem ein Spieler wegen brutaler Handlung ausgeschlossen wurde, wird 4 Minuten tatsächlicher Spielzeit nach dem Ausschluß ein Ersatzspieler mit der gelben Flagge und der Flagge mit Mannschaftsfarbe benachrichtigt.


Regelkunde (1) - das Spielfeld und Grundregeln

2. Januar 2008

Hallo hier der erste Teil einer lockeren Folge von Artikeln zur Regelkunde - Du findest alle Artikel unter der Kategorie Regelkunde (siehe rechte Seitenleiste). Dazu unser alter Artikel mit dem Link zu den neuen Regeln ab 1.10.2007

Spielfeld: Die Spielfeldmaße sind abhängig von der zur Verfügung stehenden Wasserfläche und betragen für:

  • die Länge min. 20 m bis max. 30 m
  • und die Breite min. 10 bis max. 20 m,

Für die Bundesliga sind 30 x 20 m üblich. Bei den Frauen und in der Jugendklasse C 25 m x 16 2/3 m. Die Wassertiefe muß an allen Stellen mindestens 1,80 m (nach Möglichkeit 2,00 m) betragen. Sollten bauartbedingt nicht überall 1,50 m erreicht werden so verändert sich die Höhe der unteren Torlatte auf 2,40 m über dem Wasser § 317 (2) Wasserballregeln - bei tiefem Wasser ist die untere Latte 0,90 m über dem Wasser.

Tore: 3 m x 0,90 m

Linien: [ siehe Abbildung ]

  • Grundlinie 0,30 m hinter Torlinie
  • weiß = Torlinie
  • rot = 2 m Linie vor Torlinie
  • gelb = 5 m Linie vor Torlinie
  • weiß Mittellinie

Wiedereintrittsraum:

An der Gundlinie auf der Seite gegenüber dem Protokolltisch - 2 m breit - von der Ecke des Spielfeldes an - begrenzt durch rote Marke (= Kegel)

Bälle: Das Gewicht des Balles muß 400-450g betragen. Für die Herren müssen die Bälle einen Umfang von 0,68-0,71m haben, für die Frauen und die Jugendklasse C 0,65-0,67m.

Mannschaften: Jede Mannschaft besteht aus 13 Spielern, von denen sich 7 im Wasser befinden und 6 Auswechselspieler sind. Um sich voneinander zu unterscheiden tragen die Mannschaften weiße bzw. blaue und die Torleute rote Kappen.

Auswechseln von Spielern: Ein Spieler darf in folgenden Fällen ausgewechselt werden:

  • während der Pausen zwischen den Spielabschnitten, auch in einer Spielverlängerung,
  • vor dem Beginn einer Spielverlängerung,
  • nach einem Torgewinn.
  • während des Spiels in der Wechselzone

Die Wechselzone befindet sich auf der dem Schiedsgerichts-Tisch gegenüberliegenden Beckenseite hinter der Torlinie.

Spielzeit: Es werden 4 Viertel von jeweils 8 Minuten reiner Spielzeit gespielt. Zwischen den 1 und 2 Viertel und 3 und 4 Viertel gibt es eine Pause von 2 Minuten. 5 Minuten Pause zwischen dem 2 und 3 Viertel. Die Uhr läuft jeweils ab der ersten Berühung durch die Hand eines Spielers. § 329 WB-Wasserball

30-Sekunden-Regel: Innerhalb von 30 Sekunden muß die ballführende Mannschaft einen Torwurf ausführen, ansonsten wird das Spiel von dem Ort, an dem sich der Ball bei Ablauf der 30 Sekunden befand, mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt. Befindet sich der Ball beim Ende der 30 Sekunden im Flug und quert die Torlinie so wird auf Tor anerkannt (§ 331 Torgewinn (4))